Digitale Kompetenz: nicht selbstverständlich
- Laut einer aktuellen Statistik hatten 2023 in der EU nur rund 56 % aller Erwachsenen mindestens Grundkenntnisse im digitalen Bereich.
- Für Unternehmen bedeutet das im Umkehrschluss: Ein beträchtlicher Teil der Belegschaft bewegt sich mit minimalen oder gar unzureichenden digitalen Fähigkeiten.
- Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zeigt sich das deutlich: In Befragungen gaben viele mittelständische Betriebe an, dass Digitalkompetenz eine zentrale Voraussetzung sei — aber etwa ein Drittel könne den Bedarf nicht decken.
Digitale Transformation erfordert mehr als Technik
- Die Einführung neuer Tools oder Systeme allein bringt wenig, wenn Mitarbeitende nicht sicher damit umgehen können — und das betrifft nicht nur IT-Firmen, sondern alle Branchen.
- Häufig fehlt ein Überblick darüber, welche Kompetenzen überhaupt benötigt werden. Laut Fachleuten, „fliegen viele Unternehmen data-blind“ in Transformationsprojekte hinein: Sie wissen oft nicht, was sie an Skills benötigen, oder wo sie diese im Markt finden.
- Strukturprobleme, wie veraltete IT-Infrastruktur, fragmentierte Datenhaltung oder fehlende Datenstrategie, verschärfen das Problem. Neue Tools helfen wenig, wenn Prozesse, Daten und Verantwortlichkeiten nicht neu gedacht sind.
Kurz gesagt: Digitalisierung ohne Digitalkompetenz ist wie ein Auto ohne Fahrwerk – das Versprechen klingt gut, aber gefahren wird kaum.
Das Wunschbild: Digitalisierung als Allheilmittel … und warum das trügt
Wenn Vorstand oder Geschäftsführung „Digitalisierung“ als Ziel setzen, dann oft mit großen Erwartungen:
- Schnellere Prozesse, weniger manuelle Arbeit, Automatisierung von Routine.
- Höhere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit (z. B. remote work, cloudbasierte Kollaboration).
- Neue Geschäftsmodelle, bessere Skalierbarkeit, Wettbewerbsvorteile.
Doch dieser technik-optimistische Blick verkennt oft, dass Menschen und Kompetenzen die entscheidenden Hebel sind — nicht nur Software. Ohne ausreichende Digitalkompetenz — und ohne Lernbereitschaft — laufen Unternehmen Gefahr, neue Systeme nur halbherzig einzuführen, Prozesse fragmentiert zu halten oder gar Projekte scheitern zu sehen.
Tatsächlich berichten Studien, dass mangelnde Digital Skills und unklare Kompetenz-Bedarfe zu den größten Hindernissen für erfolgreiche Transformationen zählen.
Realität: Digitale Kompetenz-Lücke und ihre Folgen
Die Folgen der Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit sind vielschichtig und spürbar — gerade für Unternehmen, die wachsen oder sich transformieren wollen:
- Verlangsamte oder gescheiterte Digitalisierungsprojekte: Neue Tools werden eingeführt — aber nicht genutzt oder falsch eingesetzt, Prozesse bleiben ineffizient.
- Abhängigkeit von externen Experten / Beratern: Ohne internes Know-how bleibt die Umsetzung meist bei Dienstleistern — das kann teuer, unflexibel und auf lange Sicht riskant sein.
- Ungenutztes Potenzial: Digitalisierung kann helfen, Innovationskraft, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit zu erhöhen — doch ohne Kompetenz ist dieses Potenzial oft verschenkt.
- Demotivation und Überforderung der Mitarbeitenden: Viele fühlen sich überfordert, wenn Tools schnell ausgerollt werden, aber Schulungen oder Unterstützung fehlen. Das kann zu Widerstand, Verunsicherung oder sinkender Produktivität führen.
Darüber hinaus: Der Fachkräftemangel im Digitalbereich verschärft die Situation weiter — viele Unternehmen finden schlicht nicht genügend qualifizierte Mitarbeitende, insbesondere für anspruchsvollere Aufgaben im Bereich IT, Datenanalyse, Automatisierung.
Was können Unternehmen tun? — Strategien für eine gelungene Digitalisierung
Als Beratungs- und Interim-Team wissen wir: Eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie greift nicht rein technisch — sie muss Mensch, Kultur und Organisation mitdenken. Unsere Empfehlungen:
- Digitalkompetenz als strategisches Ziel definieren
- Analyse: Welche digitalen Kompetenzen brauchen wir heute — und welche in 2–3 Jahren? (Grundfertigkeiten, Tools, Daten Kompetenz, Sicherheit, etc.)
- Bewerten: Welche Skills fehlen intern, welche sind vorhanden — und wie groß ist das Gap?
- Planen: Digitale Skills als Teil der Unternehmensstrategie und Personalentwicklung aufnehmen.
- Gezielte Weiterbildung & Upskilling-Programme starten
- Kombination aus On-the-job-Training (z. B. Mentoring, Einarbeitung direkt im laufenden Betrieb) und Off-job-Weiterbildung (z. B. Workshops, Trainingsprogramme).
- Insbesondere KMU sollten das Thema ernst nehmen: E-Learning, modulare Schulungen und flexible Lernformate können helfen — auch wenn Zeit und Budget knapp sind.
- Kombination aus On-the-job-Training (z. B. Mentoring, Einarbeitung direkt im laufenden Betrieb) und Off-job-Weiterbildung (z. B. Workshops, Trainingsprogramme).
- Digitale Transformation mit Kultur- und Change-Management kombinieren
- Digitalisierung darf nicht nur IT-Projekt sein — sondern Veränderung der Arbeitsweise, der Prozesse, eventuell der Unternehmenskultur.
- Transparenz, Kommunikation und Einbindung der Mitarbeitenden sind entscheidend — damit neue Tools nicht als Belastung, sondern als Unterstützung wahrgenommen werden.
- Digitalisierung darf nicht nur IT-Projekt sein — sondern Veränderung der Arbeitsweise, der Prozesse, eventuell der Unternehmenskultur.
- Externe Expertise gezielt nutzen — aber mit Blick auf langfristige Befähigung
- Gerade bei komplexeren Themen (Datenstrategie, Automatisierung, Sicherheit) kann externer Input sinnvoll sein.
- Aber: Ziel sollte nicht die Dauer Abhängigkeit sein, sondern der Aufbau interner Kompetenzen, so dass das Unternehmen langfristig selbst handlungsfähig bleibt.
- Gerade bei komplexeren Themen (Datenstrategie, Automatisierung, Sicherheit) kann externer Input sinnvoll sein.
- Langfristige Perspektive & kontinuierliche Anpassung statt kurzfristiger Hype
- Digitalisierung ist kein einmaliges Projekt — sondern ein Prozess. Bedürfnisse, Tools und Anforderungen ändern sich.
- Unternehmen sollten regelmäßige Reviews einplanen: Was funktioniert, wo gibt’s Lücken, welche Weiterbildung braucht’s?
- Digitalisierung ist kein einmaliges Projekt — sondern ein Prozess. Bedürfnisse, Tools und Anforderungen ändern sich.
Warum wir als Interim- und Beratungsteam hier ins Spiel kommen
Gerade in der Rolle als Interim Manager oder Berater sehen wir häufig, dass Digitalisierung aus technischer Sicht angepackt — aus menschlicher und organisatorischer Sicht aber unterschätzt wird. Unsere Erfahrung zeigt:
- Unternehmen brauchen externe Unterstützung, um Kompetenz- und Skill-Gaps realistisch einzuschätzen — und passende Maßnahmen abzuleiten.
- Oft reicht es nicht, Tools einzuführen; es braucht einen klaren Plan für Ausbildung, Einführung, Change-Management und Nachhaltigkeit.
- Interim-Management ermöglicht den Aufbau von Know-how, ohne gleich dauerhaft neue Stellen schaffen zu müssen — ideal für KMU mit begrenzten Ressourcen.
Mit unserem Fokus auf Interim-Management & Beratung können wir Unternehmen helfen, Digitalisierung nicht nur technisch, sondern ganzheitlich und nachhaltig zu gestalten.
Fazit: Digitalisierung braucht Digitalkompetenz — und Mut zur Veränderung
Digitalisierung bleibt ein Schlüsselthema für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Zukunftsfähigkeit. Aber: Ohne ausreichend Digitalkompetenz sind viele digitale Vorhaben zum Scheitern verurteilt — sei es durch Überforderung, Fehlanwendung oder mangelnde Nachhaltigkeit.
Es braucht einen realistischen Blick: Weg von der Idealvorstellung „alles digital, alles effizient“, hin zu einem pragmatischen Ansatz: zunächst Kompetenzen aufbauen; dann Prozesse, Tools und Kultur digitalisieren. Wer das ernst nimmt, legt den Grundstein für nachhaltigen Erfolg — und für Transformation, die funktioniert und Zukunft sichert.