Interim Management vs. Unternehmensberatung: Unterschiede, Vorteile und Einsatzmöglichkeiten
Wenn Unternehmen vor großen Herausforderungen stehen – sei es eine Restrukturierung, eine Wachstumsphase, ein Generationenwechsel oder die digitale Transformation – stellt sich oft die Frage: Soll eine Unternehmensberatung hinzugezogen werden oder ist Interim Management die bessere Option? Beide Modelle haben ihre Stärken, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Rolle, Herangehensweise und Wirkung im Unternehmen.
Unternehmensberatung: Expertise von außen
Unternehmensberatungen bringen in erster Linie analytisches Know-how und methodische Expertise ins Unternehmen. Sie bieten einen Blick von außen, identifizieren Optimierungspotenziale und entwickeln Strategien, Konzepte und Handlungsempfehlungen. Durch ihre Spezialisierung auf bestimmte Branchen oder Themenfelder liefern Beratungen wertvolle Benchmarks und Best Practices aus anderen Unternehmen und Märkten.
Der große Vorteil einer Unternehmensberatung liegt in der strategischen Analyse und Konzeptentwicklung. Unternehmen profitieren von der strukturierten Vorgehensweise, umfangreichen Marktkenntnissen und der Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge schnell zu durchdringen. Insbesondere in frühen Projektphasen – etwa bei der Definition einer neuen Unternehmensstrategie oder der Ausarbeitung eines Digitalisierungsfahrplans – ist die Expertise von Beratern von unschätzbarem Wert.
Interim Management: Umsetzung mit Verantwortung
Interim Manager:innen unterscheiden sich grundlegend von Berater:innen: Sie treten nicht nur als externe Ratgeber auf, sondern übernehmen operative Verantwortung im Unternehmen. Sie werden Teil der Organisation, führen Teams, treffen Entscheidungen und sorgen für die praktische Umsetzung von Strategien und Projekten.
Die Stärke des Interim Managements liegt in der Verbindung von Expertise und operativer Umsetzung. Interim Manager:innen bringen Führungserfahrung und Branchenkenntnis mit, agieren unabhängig und ergebnisorientiert und stellen sicher, dass Veränderungen nicht nur geplant, sondern auch erfolgreich realisiert werden. Sie sind hands-on, in die tägliche Praxis eingebunden und tragen die volle Verantwortung für den Erfolg ihrer Mandate.
Die Unterschiede im Überblick
- Rolle: Berater:innen analysieren und empfehlen, Interim Manager:innen handeln und entscheiden.
- Integration: Beratungen arbeiten von außen, Interim Manager:innen sind Teil der Organisation.
- Zeithorizont: Beratungen agieren oft projektbezogen für kurze Phasen, Interim Manager:innen begleiten Unternehmen meist über Monate in Transformationsprozessen.
- Verantwortung: Beratungen liefern Konzepte, Interim Manager:innen übernehmen die Umsetzung mit operativer Verantwortung.
Wann Interim Management die bessere Wahl ist
Unternehmensberatung ist besonders stark, wenn es darum geht, neue Strategien zu entwickeln oder frische Impulse von außen zu gewinnen. Doch wenn es um die Umsetzung und Steuerung großer Veränderungen geht, stößt Beratung oft an ihre Grenzen – hier zeigt Interim Management seine Stärken.
Beispiele:
- Krisen- und Restrukturierungssituationen, in denen schnelle Entscheidungen und direkte Steuerung notwendig sind.
- Vakanzüberbrückungen, etwa wenn eine Führungsposition kurzfristig neu besetzt werden muss.
- Transformationsprojekte, wie die Einführung neuer Prozesse, digitaler Systeme oder internationaler Strukturen.
- Wachstumsphasen, in denen operative Steuerung und Organisationsentwicklung Hand in Hand gehen müssen.
Fazit
Unternehmensberatung und Interim Management sind keine Gegensätze, sondern zwei unterschiedliche Instrumente, die je nach Situation eingesetzt werden sollten. Während Beratungen durch ihre Analysen und Konzepte den Weg weisen, sorgen Interim Manager:innen dafür, dass dieser Weg auch erfolgreich beschritten wird. Immer dann, wenn Verantwortung, operative Umsetzung und Führung im Mittelpunkt stehen, ist Interim Management die bessere Option.