Österreich hat sich nach 28 Jahren wieder für eine Fussball-WM qualifiziert. Die Freude ist groß, die Nörgler und Pessimisten sagen, dass diese Gruppe leicht und die Qualifikation selbstverständlich war. Manche Tageszeitungen schrieben als Überschrift „erzittert“, bevor in der Sub-Headline die erfolgreiche Qualifikation für die Weltmeisterschaft erwähnt wurde.
Das entspricht sehr deutlich dem pessimistischen und selbstkleinmachenden Klischee, das dem Österreicher anhaftet. Das betrifft jedoch nicht nur den Sport, sondern auch viele andere Bereiche der österreichischen Gesellschaft insbesondere die österreichische Wirtschaft. Leider hat dieses Kleinreden und Schlechtmachen der eigenen Leistung mittlerweile einen Großteil der Europäer auch erfasst.
- Doch wie steht es wirklich um Österreichs Wirtschaft?
- Gibt es Branchen, die boomen?
- Wie sieht der Ausblick für 2026 aus?
Tourismus, (Finanz)Dienstleistungen, Energie rekordverdächtig
Geht man durch die Wiener Innenstadt, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Zahl der Touristen jedes Jahr mehr wird. Auch die Gastronomie (besonders qualitativ höher wertige) boomen. Reservierungen sind teilweise Wochen vorher notwendig. Nimmt man die Halbjahreszahlen börsenotierter Unternehmen wie Do & Co (Nettogewinn +20,9%), Flughafen Wien (EBITDA +3,3%) oder Austrian Airlines (Umsatz +10%) her, dann werden diese Eindrücke bestätigt.
Doch nicht nur der Tourismus auch die Finanz- und Versicherungsbranche kann starke Ergebnisse vorweisen. Die Halbjahreszahlen der Erstebank (Nettogewinn +8,3%), RBI (Konzernergenis +5%), Uniqa (Konzernergebnis +5,3%) sowie der Wiener Städtischen (Ergebnis vor Steuern +10,5%) zeugen ebenso wie die Energiebranche (EVN Konzernergebnis +25,7%), dass nicht alles schlecht läuft, sondern einige Branchen und Unternehmen sogar rekordverdächtig unterwegs sind.
Bei den börsenotierten Industrieunternehmen stechen AT&S (EBITDA +11%) und voestalpine (EBIT +2%) hervor.
2026 mit ersten Aufwärtssignalen
Für 2026 zeigen die Prognosen sowohl von IHS als auch WIFO einen Aufwärtstrend. Der Dienstleistungssektor entwickelt sich weiterhin sehr stark. Im Handel gelingt auch eine positive Trendwende, wobei hier vor allem der Anstieg der PKW-Neuzulassungen eine große Rolle spielt.

Quelle: WIFO
Immer wieder Österreich – seien wir optimistisch und selbstbewusst
Neben diesen Faktoren werden Branchen wie IT & Digitalisierung, E-Commerce, Erneuerbare Energien, Biotechnologie und Handwerk die großen Treiber in den nächsten Jahren sein. Nicht zu vergessen sind die geopolitischen Aspekte, die die Rüstungs- und damit auch die Stahlindustrie befeuern werden, aber auch die demographischen Entwicklungen, die eine steigende Nachfrage im Gesundheitswesen und in der Altersversorgung bringen werden. Außerdem wird der Fokus auf die Kreislaufwirtschaft die österreichische und die europäische Volkswirtschaft stärken.
Um all diese Bereiche zum Erfolg bringen zu lassen, sind Mut, Innovationskraft, Selbständigkeit, Flexibilität (hier können wir als Interim-Manager besonders helfen), aber vor allem positive Stimmung notwendig. Seien wir alle Teil einer langfristigen Phase des Aufschwungs und gehen mit breiter Brust voran!