Zum Jahresende ist es Zeit, innezuhalten und den Blick nach vorne zu richten.
Gerade für Eigentümer, Geschäftsführer und Investoren von KMU bietet der Jahreswechsel die Gelegenheit, grundlegende strategische Fragen zu stellen:
Welche technologischen Entwicklungen werden mein Unternehmen in den kommenden Jahren tragen – und welche Risiken entstehen durch Nicht-Handeln?
Die Wirtschaftsgeschichte ist reich an Beispielen von Führungskräften, die neue Technologien unterschätzt oder bewusst ignoriert haben. Die berühmt-berüchtigte Haltung „Das Internet setzt sich eh nicht durch“ steht sinnbildlich für eine Denkweise, die selten aus Unwissen entsteht, sondern aus Erfahrung, Routinen und kognitiven Verzerrungen. Genau darin liegt ihre Gefahr.
Wenn Erfahrung zur Innovationsbremse wird
Viele innovationskritische Manager haben ihre Unternehmen erfolgreich durch mehrere Konjunkturzyklen geführt. Prozesse sind etabliert, Kundenbeziehungen stabil, Margen bekannt. Neue Technologien – von Digitalisierung über Automatisierung bis hin zu Künstlicher Intelligenz – werden daher häufig als „nice to have“ betrachtet, nicht aber als strategische Notwendigkeit.
Diese Sichtweise übersieht einen zentralen Punkt: Disruption kündigt sich selten laut an. Sie entsteht leise, an den Rändern von Märkten, und wird oft erst dann ernst genommen, wenn bestehende Geschäftsmodelle bereits unter Druck geraten.
Ein klassisches Beispiel ist Kodak. Bereits 1975 entwickelte ein Kodak-Ingenieur die erste digitale Kamera. Der Konzern erkannte das Potenzial, fürchtete jedoch Kannibalisierung des Kerngeschäfts – und überließ anderen die Zukunft der Fotografie.
Ähnlich erging es Nokia, das den Smartphone-Trend zwar erkannte, ihn aber organisatorisch und kulturell nicht konsequent umsetzte. Oder Blockbuster, das Streaming lange belächelte, während Netflix systematisch ein neues Geschäftsmodell aufbaute.
Fehleinschätzungen sind dabei kein individuelles Versagen „schlechter Manager“. Selbst renommierte Experten lagen daneben. Der Nobelpreisträger Paul Krugman prognostizierte Ende der 1990er-Jahre, das Internet werde wirtschaftlich nicht mehr Einfluss haben als das Faxgerät. Und selbst Steve Jobs erklärte 2003, das Abo-Modell für Musik sei gescheitert – Spotify dürfte ihm widersprochen haben.
Verpasste Chancen kosten mehr als Investitionen
Für KMU in Österreich und Deutschland zeigt sich heute ein klares Muster:
Unternehmen, die frühzeitig in Digitalisierung, datenbasierte Entscheidungen und neue Organisationsformen investieren, gewinnen an Geschwindigkeit, Transparenz und Resilienz. Jene, die abwarten, verlieren nicht nur Effizienz, sondern auch Attraktivität – für Kunden, qualifizierte Mitarbeitende und Investoren.
Dabei geht es nicht um Technologie um ihrer selbst willen. Es geht um strategische Zukunftssicherung, neue Leistungsangebote und tragfähige Geschäftsmodelle.
Interimsmanagement als Brücke in die Zukunft
Hier kann Interimsmanagement eine zentrale Rolle spielen. Externe Interim Manager bringen operative Umsetzungskraft und zugleich einen neutralen Blick von außen auf Strukturen, Prozesse und Entscheidungslogiken. Sie verbinden Erfahrung mit Innovationsfähigkeit – ohne interne Machtlogiken oder Betriebsblindheit.
Ob Digitalisierung, Restrukturierung, Wachstum oder Transformation: Interimsmanagement ermöglicht es, notwendige Veränderungen schnell, fokussiert und risikoarm umzusetzen.
Fazit: Zukunft ist keine Meinung, sondern eine Entscheidung
Die Frage ist heute nicht mehr, ob sich neue Technologien durchsetzen.
Die entscheidende Frage lautet: Wer profitiert davon – und wer bleibt zurück?
Der Jahreswechsel ist ein guter Zeitpunkt, diese Entscheidung bewusst zu treffen.